Im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 632.000 Personen rechtskräftig verurteilt. Hinter jeder dieser Zahlen steckt ein Mensch, ein Schicksal und oft ein Strafverteidiger. Aber wie fühlt es sich an, jemanden zu verteidigen, von dem man weiß, dass er schuldig ist? Wie viel verdient man wirklich, wenn man Drogendealer oder Mörder vertritt? Und was passiert eigentlich hinter den Kulissen der deutschen Justizvollzugsanstalten (JVA)?
Wir haben Luigi Carta, einem renommierten Strafverteidiger aus München (Kanzlei Dr. Ziegelmayr & Partner), genau diese Fragen gestellt. Seine Antworten sind überraschend ehrlich und räumen mit vielen Klischees auf.
Luigi Carta wollte ursprünglich zur Staatsanwaltschaft. Doch eine Richterin sagte ihm damals: "Sie sind ein Idealist, Sie haben bei der Staatsanwaltschaft nichts zu suchen." Heute ist sein Antrieb klar: Er will Menschen davor bewahren, zu Unrecht verurteilt zu werden.
Sein Arbeitsalltag ist weit weniger glamourös als in Serien wie "Suits", aber extrem fordernd.
Eines der größten Vorurteile ist, dass Anwälte nur Unschuldige verteidigen wollen. Luigi stellt klar: "In der Praxis ist die Unschuld die Ausnahme." Er verteidigt auch Menschen, die er persönlich für schuldig hält. Warum? Weil jeder Mensch in einem Rechtsstaat Anspruch auf ein faires Verfahren hat.
Es geht oft nicht um die Frage "Hat er es getan?", sondern um Nuancen:
Es geht also vielmehr um die Frage: In welcher Form ist der Mandant schuldig und wie sollte - wenn überhaupt - eine gerechte Strafe aussehen?
Seine rote Linie: Luigi Carta lehnt Mandate im Bereich Sexualstrafrecht gegen Kinder (Kinderpornografie, Missbrauch) kategorisch ab. Das ist eine persönliche moralische Grenze, die er nicht überschreiten möchte. Politische Extremisten hingegen (egal ob rechts oder links) verteidigt er, da er sich nicht mit der Gesinnung, sondern mit den Rechten des Mandanten identifiziert.
Ein spannender Insider-Tipp von Luigi: "Der lauteste und aggressivste Strafverteidiger ist meistens der, der am wenigsten auf dem Kasten hat."
Im Gerichtssaal geht es oft um Psychologie und Sympathie. Ein Anwalt, der den Richter oder Staatsanwalt anschreit, tut das meist nur, um seinen Mandanten zu beeindrucken ("Schau mal, wie der für mich kämpft!"). Dem Ergebnis schadet dieses Verhalten oft massiv. Ein guter Verteidiger arbeitet sachlich, präzise und strategisch.
Die Antwort ist ein klares: Ja. Luigi gibt offen zu, dass sein Jahresverdienst "auf jeden Fall sechsstellig" ist. Nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Top-Anwälte rechnen in großen Wirtschaftsstrafverfahren teils Millionenbeträge ab.
Aber: Geld kauft Gerechtigkeit. Luigi bestätigt das Vorurteil, dass vor Gericht nicht alle gleich sind. Wer viel Geld hat, kann sich eine bessere Verteidigung leisten, Gutachter beauftragen und Ressourcen nutzen, die einem Pflichtverteidiger-Mandanten oft fehlen.
Ein erschreckender Punkt im Interview war die Praxis der Untersuchungshaft in Deutschland. Luigi kritisiert, dass Haftbefehle oft vorschnell erlassen werden, nicht unbedingt, weil Fluchtgefahr besteht, sondern um Geständnisse zu erzwingen (auch bekannt als "Weichkochen").
Wer unschuldig in U-Haft sitzt, verliert oft alles: Job, Wohnung, soziale Kontakte. Die Entschädigung bei Freispruch? Lächerliche 75 Euro pro Tag. Ein Skandal, der zeigt, wie schnell eine Existenz vernichtet werden kann.
Zum Schluss teilte Luigi eine Geschichte, die fast zu verrückt klingt, um wahr zu sein: Ein Mandant von ihm lernte im Gefängnis einen Sexualstraftäter kennen. Dieser Mann saß seit 2010/2011 eine lange Haftstrafe ab. Vor seiner Haft hatte er Bitcoins gekauft, damals oft genutzt für illegale Zwecke im Darknet. Da er im Gefängnis keinen Zugriff auf seine Wallets hatte, konnte er die Coins nicht verkaufen. Als er nach Jahren entlassen wurde, war der Kurs explodiert. Der Mann verließ das Gefängnis als Multimillionär. Ein moralisch fragwürdiges "Happy End", das zeigt, wie bizarr das Leben spielen kann.
Egal ob du 18 bist und "Scheiße baust" oder unschuldig in eine Kontrolle gerätst, Luigi hat einen ultimativen Rat: Schweigen.
Rede niemals mit der Polizei ohne Anwalt. Viele denken, sie könnten sich "rausreden", aber die Polizei ist geschult und alles, was du sagst, landet in der Akte und wird gegen dich verwendet.
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Dein Markus.
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